Sagenumwobenes Eismeer


Als ich aus den Bäumen trat, tat sich vor mir eine weite Ebene auf. Nur Schnee war zu sehen, so weit ich blicken konnte. Und hier sollten meine Wurzeln liegen? Mein Großvater hatte mir immer von einem wunderschönen Ort erzählt, in dem die Häuser aus Kristall gebaut waren. Warum er von dort weg gezogen war, hatte er nie erwähnt. Und als er vor zwei Jahren, zusammen mit meiner ganzen Familie aus dieser Welt getreten war, durch dieses schreckliche Feuer, hatte ich mich auf den Weg gemacht, die Heimat meiner Vorfahren zu finden. Nun war ich am Ziel meiner Reise, doch alles was ich sah, war eine Wüste aus Schnee und Eis. Meine Füße hinterließen tiefe Spuren im Schnee, und schon bald fühlte ich, als würde mich irgend jemand oder irgend etwas beobachten. Als ich mich umsah, konnte ich jedoch nichts entdecken.

Über das Land, das weit im Norden liegt, ist kaum etwas bekannt, da es nur schwer zugänglich ist. Es heißt, das Land werde von weiß bepelzten Drachen beherrscht, die in der sagenumwobenen Stadt Vinnen leben. Diese Stadt soll, sofern man den Legenden glauben mag, Schlösser aus Eis und Kristall beherbergen, in denen die Drachen große Schätze angehäuft haben.

Zwei Völker teilen sich das Land, die elbischen Kititabéhe, von denen nur wenige je weiter als bis in die finsteren Wälder Bokuraläs vorgedrungen sind und die daher ein ebensolches Mysterium bleiben, wie das Land selbst, sowie die Rodian, die noch weiter nördlich, wohl über das Rodiomeer nach Eismeer gelangt sind. Beide Völker leben nomadisch und so scheint Vinnen der einzige Ort zu sein, der einen festen Platz hat.

Regierung


An oberster Stelle steht Harataan, der Bewahrer des Wissens, ein uralter Drache, der alle Sprachen der Welt spricht und alles sehen soll, was auf Aranor passiert. Ihm zur Seite stehen zwei weibliche Berater: die Drachen Morihaan, die Starke und Doakihaan, die Weise.
Andere Quellen berichten jedoch von einem Rat der Stämme, der aus Abgesandten der jeweiligen Stämme der Kititabéhe besteht und in Vinnen tagt, wenn wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen.

Gerichtswesen


Bei Streitigkeiten zwischen den Stämmen wird Doakihaan befragt, der sein Urteil gerecht für alle fällt. Ist ein Fall ähnlich gelagert, wie es ihn zuvor schon einmal gegeben hat, wird auf das alte Urteil zurückgegriffen.
Streitigkeiten innerhalb der Stämme werden meistens durch ein Orakel beigelegt. Was das für ein Orakel ist, darüber gibt es allerdings unterschiedliche Berichte, in denen Schnee und Blut eine häufige Rolle spielen. Aber auch Knochen und verschiedene Gifte sind möglicherweise Bestandteile dieser Orakel.

Vinnen


Mitten im Eis liegt die alte Stadt Vinnen, ein aus Eis und Kristall erbautes Monument, das aus mehreren Burgen und Schlössern bestehen soll. Außer Kititabéhe und Rodian hat jedoch noch kein Mensch diese Stadt je zu Gesicht bekommen und die meisten Berichte darüber sind eher zweifelhafter Natur. Mal ist die Stadt schon von weitem zu sehen, mal sieht man sie erst, wenn man direkt vor ihren Toren steht. Eines ist jedoch sicher, wer Vinnen einmal gesehen hat, vergisst den imposanten Anblick nicht so leicht.