Die Geschichte von Aranor


Das Schiff fuhr langsam durch den Nebel. Es roch nach Tod. Schon vor etlichen Tagen waren unsere Vorräte aufgebraucht worden. Mühsam kletterte ich rauf an Deck, ging auf die Reling zu und schaute hinaus. Zu sehen waren nur Wasser und Nebel. Eine viel zu leichte Brise lies das Schiff fast schon zum Halt zu bringen. Ich dachte an damals, als wir los gesegelt waren. Die Gra’ad hatten vor der Stadt gestanden und wir wussten, wenn wir nicht flöhen würden wir alle sterben. So hatten sich dann die besten Schiffsbauer zusammen gefunden und entwarfen ein Schiff, das uns alle zu tragen vermochte und schnell genug war, um den feindlichen Booten zu entkommen. Nur zwei Nächte hatten die Planungen eingenommen. Und zwei weitere Nächte später lag das fertige Schiff vor Anker.
Und nun? Alles schien sinnlos gewesen zu sein. Die Vorräte waren aufgebraucht und die Sklaven zu schwach um zu rudern. Selbst die Ratten, die sich an Bord geschlichen hatten, lagen verhungert in den Ecken. Doch dann kam das Unerwartete. Irgendjemand im Ausguck rief: „Land in Sicht! Land in Sicht!“ Wir hatten es also doch geschafft. Schon war Hektik angesagt. Die Boote wurden frei gemacht und Kundschafter erwählt. Endlich waren wir gerettet.

Zeit der Legenden

Es heißt, dass vor den Menschen die Rafixirex, die Sphärenherrscher, über den Kontinent geherrscht haben. Andere sprechen von den Vergessenen Völkern, von denen nicht bekannt ist, was sie waren. Diese Zeit ist als die Vorzeit bekannt.
Die ersten Menschen, die auf Aranor angekommen sind, waren die Elben, die viele verlassene Städte vorgefunden haben. Zeugnisse der Vergessenen Völker. Nur eine dieser Städte hat die Zeiten überdauert und wurde später von den Humani neu besiedelt: Arienn, die Hauptstadt Neufurthors.

Die Wurzeln der Waaten und der Rodianer fällt ebenso in die Zeit der Legenden, wie die ersten Zyklopen und Eziff. Von den Zyklopen wird berichtet, dass sie auf riesigen Schiffen an der Südspitze Aranors angekommen sein sollen.

Die anderen Humani und die Dvargiin kamen als letzte auf Aranor an. Nach einem großen Krieg sollen sie mit einer gigantischen Flotte geflohen und im Südosten von Aranor gestrandet sein. Das Land, aus dem die Flüchtlinge kamen, wird Duinmar genannt, was aus der Alten Sprache stammt und eigentlicht nur "hinter dem Ozean" heißt.
In den Legenden der Humani kommen keine Dvargiin vor, jedoch erzählen sich diese die gleichen Geschichten, in denen der Kapitän einer von ihnen war und die Humani lediglich Arbeitssklaven.

Zeitalter der Federes

Zu Beginn dieses Zeitalters steht die Geburt des Federes Niesturf I. Zu dieser Zeit beherrschten viele Stadtstaaten die Küstenregionen Südaranors, große Teile Aranors sind noch unbesiedelt und es entstehen die ersten Burgen. Neben den Humani und den Dvargiin erweitern auch die Eziff ihr Gebiet, sie bauen die ersten Wüstensiedlungen.

Federes Niesturf I. vereinigt mehrere Staaten und gründet so das erste Humani-Großreich Furthor. Ihm zu Ehren wird angeblich ein großer Schatz in sein Grab gelegt. Wo sich das Grab befand ist unbekannt.
Federes Niesturf II. erbaut Federesbur, eine gigantische Festung, die den Frieden sichern soll. Zu ungefähr der gleichen Zeit beginnen die Zyklopen damit, die ersten Schwerter zu schmieden und das bisher geeinte Eziffreich zerfällt aufgrund eines Religionsstreits.

Nachdem Furhtor mehrere hundert Jahre gewachsen ist, teilen sich Federes Daranbur II. und Setonde der Schöne das Land untereinander auf: West-Futhor und das Goldene Reich entstehen.
Aus dieser Zeit stammen wahrscheinlich auch die ersten überlieferten Aufzeichnungen der Elben. Schriftstücke, die übersetzt werden konnten, berichten von der ersten, von Elben gegründeten Stadt, Rahjandar.

Der erste Kontakt zwischen den Humani aus Westfurthor unter der Doppelherrschaft von Federes Niesturf XXIII. und Federes Daranbur XVI. und den Elben verläuft friedlich. Über die Elben ist aus dieser Zeit nicht viel bekannt. In der Folgezeit werden Handelsbeziehungen geknüpft und es findet ein kultureller Austausch statt. Die Humani lernen von den Elben die Thaumweberei, eine alte Form der Thaumaturgie, über die das Wissen verloren gegangen ist. Von Thaumwebern erstellte Texte sind, bis auf einen, nicht überliefert. Der kryptische Text ist von einem Brenzel in Arienn verfasst worden und ist das erste Zeugnis der Besiedelung Arienns durch die Humani.

In den folgenden Jahrhunderten zerfallen die beiden Humani-Reiche. Die Kleinreiche und Stadtstaaten bilden schließlich drei Bünde: den Goldenen Bund, der sich in der Nachfolge des Goldenen Reiches sieht, der Südbund und der Westbund, wobei die beiden letztgenannten Bünde erst in jüngerer Zeit ihre Namen bekommen haben, da die echten Namen nicht überliefert sind.
Als dämonische Wesen immer wieder Dörfer und Städte angreifen, versuchen die Völker, einen gemeinsamen Großbund zu schaffen, der alle Menschen vereinen soll, was aber nicht gelingt. Später wird diese Zeit als Dämonenregentschaft bezeichnet. Viele Städte und Siedlungen gehen in der Zeit unter und viele Errungenschaften der vorhergehenden Zeiten gehen verloren. Mit der sogenannten "Schlacht am Feenberg" endet die Dämonenherrschaft.

Aus der Zeit nach der Dämonenherrschaft scheint es wieder ruhig zu werden, besonders von den Eziff ist aus dieser Zeit nichts überliefert. Erst geschätzte 300 Jahre später wird ein Religionskrieg der Eziff erwähnt und die Handelsbeziehungen mit den anderen Menschen bricht ab. Zum Kampf nutzen die Eziff domestizierte Trajan, wahrscheinlich die Vorfahren der heutigen Jagddrachen.
Unter Humani, Dvargiin und Elben breitet sich unterdessen eine Seuche aus, die vor allem die Stadtbewohner betrifft. Vor den Toren der Städte stapel sich die Toten und der Geruch des Todes liegt in der Luft. Arienn wurde zu einer Geisterstadt, die erst viel später wieder neu besiedelt wurde.

Nachdem die Humani und Dvargiin sich von der Großen Seuche erholt hatten, begannen sie, ihr Herrschaftsgebiet auszuweiten. Das Land Narron, das wahrscheinlich aus dem Südbund hervorgegangen ist, trifft so schließlich an die Grenze des von den Zyklopen besiedelten Gebietes. Zu der Zeit scheint es keine Herrschaftsform zu geben und die Humani unternehmen Raubzüge durch die Zyklopendörfer, bis sich die Zyklopen zusammentun und der Zyklopenkrieg beginnt. Abermals werden viele Städte und mit ihnen viele Errungenschaften zerstört. Tagebucheinträge eines unbekannten Druidenlehrlings erzählen vom Leid eines Dorfes. Das Original ist nicht mehr erhalten, aber in den heute existierenden Abschriften ist vermerkt, dass die letzten Blätter unleserlich und blutgetränkt waren.
Erstmals werden Trolle von den Zyklopen als Kampfkolosse im Krieg benutzt. Die Humanistadt Federesbur und die Zyklopenstadt Ga'ad, die beiden größten Städte seiner Zeit, werden in dem Krieg zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Eine Steuerliste eines Hofes stellt die letzte Überlieferung vor der dunklen Zeit dar.

Dunkles Zeitalter

Aus der Dunklen Zeit ist praktisch nichts überliefert. Wahrscheinlich treffen die Siedler der Humani in dieser Zeit zum ersten Mal auf die Waaten. Die Geburtsstunde der Dvargiin wird von den Humani in diese Zeit datiert, während die Dvargiin selbst behaupten, die eigentlichen Siedler gewesen zu sein, die aus Duinmar gekommen sind.

Pestzeitalter

0 - 100 : Beginn der Zeitrechnung
Zu Beginn der Zeitrechnung existieren viele Splitterstaaten, die durch viele Kriege zu den Großreichen Krutin Logaon, Südreich, Großherzogtum Arienn und Neumark vereinigen. Die Gebiete der Eziff bilden keine Einheit, allerdings haben sie kaum noch Ressourcen, weshalb sich ein angespannter Frieden über die Echsenmenschen legt.
Durch die Entwicklung der Neumarker Glyphen ist die Schrift nicht mehr allein religiösen Zwecken vorbehalten.

100 - 200 : Das friedliche Jahrhundert
Kämpfe und Aufstände haben sich im zweiten Jahrhundert gelegt, weshalb es auch das "friedliche Jahrhundert" genannt wird. In dieser Zeit wird auch das Arienner Rundstück eingeführt und bietet den Menschen neue Möglichkeiten des Handels. Davor gab es nur verschiedene Primitivgeldsysteme und Tauschhandel.
In der noch jungen Thaumaforschung werden in diesem Jahrhundert viele Fortschritte erzielt und gegen Ende taucht zum ersten Mal der Daimo-Magier Arsa'am auf, der sich als Herrn der Sonne anbeten lässt.

207 - 209 : Daimo-Krieg
Mit dem Gemetzel vom Rudinsberg bei dem über zehntausend Soldaten sterben, beginnt der Daimo-Krieg, der ganze Landstriche zerstört. Der Krieg endet damit, dass Arsa'am gemeinsam mit seinem Feind bei einem Zweikampf verschwindet. In Arienn regieren ab dieser Zeit die sogenannten Daimo-Herrscher.

212 : Gefecht in den Unteren Hallen
Ein Kampf zwischen Elben und Dvargiin in den unteren Hallen führt zu der noch heute bestehenden Feindschaft. Die Dvargiin benutzen in dieser Schlacht zum ersten Mal Ketten als Waffen.

298 : Flucht in die Unteren Hallen
Ein Flüchtlingszug durchquert die Unteren Hallen, um den regierenden Daimo-Magiern zu entgehen. Die Spur der Flüchtlinge verliert sich allerdings zwischen den Reichen der Elben und der Dvargiin.

um 300 : Die Herkunft des Feuers
Eine Schrift weist erstmals auf den Gott Narsam hin, der den Menschen das Feuer gebracht haben soll. Spekulationen über einen Zusammenhang mit Arsa'am konnten bisher weder bestätigt noch widerlegt werden.

751 : Der letzte Daimo-Herrscher
Der letzte Daimo-Herrscher, genannt der Krumme, wird nach nur zwei Jahren von tobenden Massen gestürzt und vertrieben. Ob er getötet wurde oder fliehen konnte ist nicht überliefert.