Wühlschweine


Wühlschweine, auch kurz Wühler genannt, werden je nach Art zwischen 10 und 25 Daumnagel groß. Sie haben glattes, meist einfarbiges Fell. Auffällig sind die Unterschiede zwischen den Vorder- und Hinterfüßen, die jeweils vier Zehen haben. Zwei Klauen der vorderen Zehen bilden breite Schaufeln, während die zwei anderen Zehen zurückgestellt sind und über einen Hufdorn verfügen. Die Hinterläufe sind stark verkürzt und werden nicht zur Fortbewegung benutzt. Dafür haben sich jeweils drei Zehen zu beweglichen Greifwerkzeugen umgebildet, während die vierte Zehe deutlich kleiner ist und höher liegt.
Beim Laufen ziehen sie ihre Hinterläufe ein und lassen ihren Körper schleifen. Auf dem Bauch haben sie dafür sehr glattes Leder, das aus speziellen Drüsen mit einer schleimigen Schicht überzogen wird. Trotz des eher plumpen Erscheinungsbildes sind sie sehr flink und können sich schnell fortbewegen. Ihre sehr lebendige und neugierige, aber vorsichtige Art lässt sie teilweise erscheinen, als würden sie planlos durch die Gegend flitzen.
Die Tiere leben in großen, unterirdischen Erdhöhlensystemen, die sie mit Rotten von 20 bis 30 Schweinen bewohnen. Sie kommen ohne Hierarchie aus und teilen sich die Aufgaben. So ist beispielsweise jedes Wühlschwein einmal an der Reihe, Wache vor Fressfeinden zu stehen oder auf den Nachwuchs aufzupassen.
Wie auch ihre nächsten Verwandten, die Wollschweine (Ovidae) legen sie drei bis vier Eier pro Wurf. Bebrütet werden die Eier sowohl von den Weibchen als auch von den Männchen. Männliche Wühlschweine verlassen die eigene Rotte nach ihrer Geschlechtsreife und wählen ein Weibchen einer anderen Rotte als Partner. Auch wenn sie hauptsächlich monogam leben, kommt es hin und wieder zu Seitensprüngen.
Die inneren Organe der Wühlschweine ähneln stark den Echten Schweinen (Suidae). Sie ernähren sich hauptsächlich von Laub, Pilzen und Würmern, wobei sie auch Aas sowie Vogel- und Fischeier fressen.

Systematik

Die Wühlschweine (Cunicusuidae) sind eine Gattung der Familie der Eierlegenden Schweine (Ovasuidae), die wiederum zu der Unterordnung Schweineartige (Suina) gerechnet werden. Neben den Wühlschweinen zählen nur noch die Wollschweine zu den Eierlegenden Schweinen.
Es gibt drei Arten von Wühlschweinen: Zwergwühlschweine, Eisbrecher und Stollenschweine.

Zwergwühlschweine (Cunicusuidae pusillus)

Die kleinsten und gleichzeitig am meisten verbreiteten Wühler sind die Zwergwühlschweine. Diese Schweine werden bis zu 14 Daumnagel groß. Sie haben ein braunes bis ockerfarbenes Fell und schwarzes Bauchleder. Am häufigsten kommen sie in den Wäldern der Nördlichen Länder vor, wo sie ihre Haupthöhlen unter größeren Bäumen anlegen. Das Höhlensystem einer einzelnen Rotte kann bis zu zwanzig Schritt in die Tiefe gehen und kann im Durchmesser fast eine halbe Meile betragen.
Versuche, die Zwergwühler zu züchten, um einfacher an die, vor allem unter den Tobotabishiki, als Delikatesse bekannten Eier zu kommen, sind bislang gescheitert. Die Suche nach den Eiern wird dadurch erschwert, dass das Gleitsekret der Zwergwühler bei Elben, Menschen und Zwergen einen brennenden Ausschlag auslöst und der Biss eines Zwergwühlschweins Borreliose übertragen kann.

Eisbrecher (Cunicusuidae glaciofrangus)

Weiter im Norden, wo keine hochwachsenden Pflanzen mehr anzutreffen sind, leben die Eisbrecher. Diese Wühlerart ist mit einer Größe zwischen 20 und 25 Daumnagel die größte Wühlschweinart. Sie hat weißes Fell und schwarze Haut, wodurch sie schmutzig-grau wirkt. Ihr Bauchleder ist dunkelgrau. Ähnlich wie die Stollenschweine sind ihre Höhlensysteme tiefer denn breit, sprich, die Ausdehnung des Gebietes ist nicht so groß, dafür aber teilweise bis zu 200 Schritt tief.
Im Gegensatz zu den Eiern der anderen Wühlschweine schmecken die Eier bitter und sind somit ungenießbar. Die Rodianer haben allerdings ein alkoholisches Getränk entwickelt, das aus den vergorenen Eiern der Eisbrecher hergestellt wird, das Doruunji. Aus dem Gleitsekret und den Knochen werden Arzneien gegen Rheuma und verschiedene Augenerkrankungen sowie Schmerzmittel hergestellt. Für das Wärmefest benutzen die Rodianer Ketten aus den Zähnen der Eisbrecher und die Schamanen verwenden die Schaufeln als Löffel und Mörser.

Stollenschweine (Cunicusuidae metallicus)

Die Höhlensysteme der Stollenschweine sind viel weiter unter der Erde zu finden. Stollenschweine werden zwischen 18 und 22 Daumnagel groß und haben dunkles grau-braunes Fell, sowie dunkelbraunes Bauchleder. Ihre Höhlensysteme werden von einigen unterirdisch lebenden Völkern als Schweinssäulen bezeichnet, was daran liegt, dass sie nur wenige Schritt durchmessen, aber weit nach unten gebaut sind.
Stollenschweine können ihre Höhlen auch in härtere Gesteine bauen. Dadurch und weil sie gerne an Holzbalken nagen, sind sie für alle unterirdisch lebenden Völker gefährliches Ungeziefer und werden entsprechend hart bekämpft. Hat eine Schweinssäule eine Öffnung in eine Kammer, so ist es fast unmöglich, die Schweine endgültig los zu werden, denn selbst, wenn man die Rotte komplett auslöscht, kann man davon ausgehen, dass sich bald eine neue Rotte in der Säule breit macht.

Dieser Artikel hat bei der Weltenbastlerolympiade 2012 den 2. Platz in der Kategorie Tiere erreicht.